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Weindepot von Hans-Peter Gietzen
Mönchengladbach-Rheindahlen
Stand 01 Februar, 2010
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Weindepot
Hans-Peter Gietzen

Jahrgang 2009
in Spanien und Deutschland
Nach den kühlen 2007 und 2008 hatte Spanien 2009 mal wieder einen trocken-heißen Sommer.
In der Südhälfte Spaniens setzten Hitze und Trockenheit den Reben stark zu; hier kam es durch Trockenstress verbreitet zu qualitativen und vor allem zu erheblichen quantitiven Einbußen. Hochwertige Trauben konnte man hier ernten, wenn man über alte Rebstöcke verfügt, die mit ihren in tiefe Bodenschichten reichenden Wurzeln noch Feuchtigkeit finden, wenn die oberen Bodenschichten längst ausgetrocknet sind. Wer nicht über solchen alte Stöcke verfügt, musste hier bewässern, um gute Traubenqualitäten ernten zu können, ein Aufwand, der sich nur für die Erzeugung höherwertiger Weine lohnt.
In den nördlicheren Weinbaugebieten Spaniens ging nach üppigen Regenfällen im Spätwinter die Austrocknung des Bodens nicht so schnell. Aber auch hier kam es zu erheblichen Trockenheitsproblemen im August; die Trauben, die Anfang September gelesen wurden, waren von eher schwacher Qualität. Mitte September stellte sich dann in der Nordhälfte Spaniens der ersehnte Regen ein. Wer die Nerven hatte und die Lese aufschob, um den Trauben Zeit zu geben, sich zu erholen, der hatte zwar Ende Oktober etwas Selektionsaufwand, erzielte aber nicht nur eine gute Traubenqualität, sondern auch noch eine recht üppige Ernte.
In Deutschland zeigt sich immer mehr, dass 2009 eher wuchtig-weiche Weine mit niedriger Säure und hohen Mostgewichten hervorgebracht hat. Bei den Burgundersorten geht man mittlerweile von 95 - 100 Öchsle aus, wohlgemerkt im Durchschnitt!!!! Angesichts der teilweise sehr niedrigen Säurewerte wurde, wie 2003, Säureanreicherung zugelassen. 2009 scheint zum einen ein grandioses Rotweinjahr zu werden, es sind Spätburgunder voller Kraft und Fülle zu erwarten. Zum anderen sieht es nach einem großartigen Rieslingjahr aus, schließlich hat Riesling tendenziell weniger Mostgewicht und mehr Säure, in einem Jahr wie 2009 ein gewaltiger Vorteil. Wer allerdings filigrane oder auch nur mittelschwere Burgunder bevorzugt, der wird beim 2009er suchen müssen.
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